OP Tschernobyl 2019

Unsere Dritte Tscherno

Das dritte Jahr in Folge waren wir auf der OP Tschernobyl am Start. Dieses Mal wieder als Banditen, da uns diese Fraktion bisher am meisten Spaß gemacht hat. In diesem Jahr wollten wir nun unsere kriminelle Karriere fortsetzen.

In einer Gruppe von insgesamt 9 Bandidos haben wir unser Camp im HQ aufgeschlagen. Dabei waren die Jungs von SOCOM, die Hamburger Hafenboys, der hässliche Dennis und vier von uns. Dennis hat sein eigenes Abenteuer bereits mit der Anfahrt erlebt, später mehr dazu.

Zur Backgroundstory unsere Charaktere hatte SOCOM die geniale Idee, dass wir alle um mehrere Ecken verwandt sind und uns in der Zone wieder zusammengefunden haben, die Familie Orlow.

Es geht los (Freitag)

Los ging die Anreise mit Borstis üblicher Verspätung (dieses Mal sogar eine Steigerung: 45 min!). Die Straßen waren glücklicherweise frei und wir sind gegen Mittag auf dem Gelände angekommen. Ein wenig enttäuscht waren wir, da die genialen, russischen Militäraufbauten am Parkplatz vom letzten Jahr nicht dabei waren, die große, rotierende Radarstation, der SAM-Transporter und der mobile Kommandostand für die Registrierung. 2018 hatte man mit diesen coolen Requisiten gleich die richtige Immersion von Anfang an erfahren.

Die Anmeldung und das Chronen wurden dieses Mal am Parkplatz in einem Gebäude durchgeführt. Die AS Helden haben den Ablauf verändert. Jeder Teilnehmer chronte seine Waffen an zahlreich vorhandenen Chronos selbständig und brachte auch der farblichen Markierung an die Waffen an. Im Anschluss wurde alles nochmal von einer Orga per Probeschüsse kontrolliert. Alles ging sehr schnell, eine sehr gute Innovation.

Die Verlegung mit den Trucks in die HQs verlief leider sehr langsam, wir mussten auf unseren Transport 1,5h warten und wurden dann, nicht wie die Jahre zuvor, bis ins HQ gefahren, sondern mussten alle Klamotten von der Straße noch ins HQ tragen. Doof, da jeder Teilnehmer einiges am Camping-Equipment dabei hatten. Sei es drum, Aufbauen, Einrichten und Tscherno starten.

Von Dennis bisher keine Spur und wir hatten seine ganzen Sachen dabei. Handykontakt auf dem Feld unmöglich.

Stalkerbar

In der Bar haben wir erste Kontakt und Bündnisse fürs Spiel mit unterschiedlichen Spielern geschlossen. Den Abend über wurden wir von einigen Spielern wiedererkannt und larpmäßig auf die „Präsidentenbefreiung“ bei einem unsere Spieltage angesprochen, viele Grüße an Leo von Team HAP!

Shops waren dieses Jahr nicht dabei, halten wir auch nicht für notwendig. Dafür hatte der Imbiss wieder geöffnet mit leckerem Fastfood zu zivilen Preisen.

Die üblichen Messerkämpfe fanden wieder statt, sehr schön.

Zurück im Camp wurde noch viel erzählt und die eine oder andere Mische getrunken. Besonderer Dank nochmals an Tim, dass er uns an seinen „interessanten“ Geschichten teilhaben ließ. Sven durfte noch Bekanntschaft mit Tims Ravioli auf seinen Klamotten machen, die wohl plötzlich in eine Schwerkraftanomalie geraten sind. In der Zone kann halt alles passieren …

Erster Spieltag (Samstag)

Als wir all gemeinsam beim Frühstück zusammensaßen, kam tatsächlich Dennis um die Ecke! Er war zum ersten Mal in Mahlwinkel. Mitten in der Nacht mit der Bahn am Bahnhof Mahlwinkel angekommen, zu Fuß zum Gelände gewandert und im kompletter Dunkelheit schließlich den Einlass gefunden. Er wollte nicht im Dunkeln das Zelt aufbauen und hat die Nacht einfach bei einigen Teilnehmern auf dem Parkplatz verbracht. Pünktlich zum Spielstart war er startklar bei uns im HQ, sehr gut!

Nach dem Briefing haben wir unser Startgeld, eine Streichholzschachtel Munition erhalten und uns die erste Mission vom Chef der Banditen abgeholt: Gleich ein Klopper! Wir sollten zwei Militärs kidnappen. Um die Mission zu erfüllen, haben wir uns eine Geschichte ausgedacht: Wir wollten einen Grenzposten des Militärs ansprechen und um eine Militär Eskorte für einen „erfundenen“ Gefangenen aus Reihen des Militärs bitten.

Unsere Geschichte hat nicht funktioniert, Mist. Der Posten hat sich nicht darauf eingelassen. Musste ständig Rücksprache zu Vorgesetzten halten, usw.
Weiter geht’s, andere Militär suchen. Beim Zollhaus haben wir einen Zug gefunden. Leider haben diese Spieler nicht LARP-mäßig mitgespielt, sondern unseren Borsti nach sehr zähen, ergebnislosen Verhandlungen beim Verlassen in den Rücken geschossen. Starke Leistung. Nach unserem Protest rückte der Zug dann wiederwillig einen Verband raus – danke dafür.

Nachdem wir knapp 1,5h mit der Mission ohne Erfolg verbracht haben, entschlossen wir uns auf dem Feld nach anderen Aufträgen umzusehen. Dabei wurden wir kurz getrennt, Sven wartete auf seine Kameraden und wurde dabei von Stalkern aufgebracht und ausgeraubt. Als Banditen ausgeräubert! Rache! Glücklicherweise hatte er noch keine Spielgegenstände dabei und nur sein Startgeld, sonst wäre alles weg gewesen.

Etwas war dieses Mal beim Spielen anders. Im letzten Jahr konnte man noch ziemlich unbehelligt über das Feld gehen, dieses Mal herrschte eine schießwütigere Atmosphäre, das Feuer wurde schneller auf uns eröffnet. Vielleicht waren viele Spieler zum ersten Mal bei einem LARP-Event dabei?

Wir selber haben kaum Schüsse abgegeben, sondern sammelten den Tag über viel Geld mit vorwiegend Begleitschutzaufträgen ein.

Die Sekte

Eine sehr interessante Neuerung gab es mit einer geheimnisvollen Gruppe, die „Sekte“ genannte wurde. Diese aus Spielern gebildete Sonderfraktion bot eine Quest Reihe an, die einer Schnitzeljagt quer über das Feld glich. Es mussten u.a. von allen Anführern der Fraktionen Teile eines Codewortes herausgefunden werden. Unserem Borsti gelang so ziemlich als Erster den Quest zu erfüllen. Belohnung war neben einer Halskette ein Ticket für die Nachtmission. Borsti wurde übrigens gefragt, ob er im nächsten Jahr nicht Lust hätte, in der Sekte als Spieler mitzumachen.

Einige Steckbriefe von Spielern unsere Gruppe hingen in den HQs der Fraktionen aus, sodass wir vorsichtig sein mussten, nicht zu schnell erkannt zu werden.

Wir hatten den ersten Spieltag das Ziel für alle neuen Teilnehmer der OP Tschernobyl bei uns ein Ticket für die Nachtmission zu besorgen. Also wurde fleißig gehandelt und Missionen erledigt um bei unserem Bandenchef Punkte zu machen. Was uns auch schließlich gelang, wir hatten sogar ein Ticket zu viel, dass wir an einen Banditenkollegen weitergaben.

Abends war von den Airsoft Helden ein Schauspiel beim Kraftwerk geplant zu dem sich alle Teilnehmer der OP eingefunden haben. Hier sollte die Story weitererzählt werden, u.a. war geplant eine große, effektvolle Pyroshow abzufeuern. Leider hat bei der Verkabelung etwas nicht funktioniert und wir konnten diesen Teil nicht miterleben, schade und sicherlich sehr ärgerlich für den Veranstalter, der sich etwas Cooles ausgedacht hatte.

Nachtmission

Für die Teilnehmer der Nachmission wurde eine Teufelsaustreibung quer über das ganze Feld organisiert. Schöne Idee, leider kamen unsere Teilnehmer erst sehr spät in der Nacht ins HQ zurück, da erst 2h nach dem Treffen die Nachtmission startete. Dementsprechend müde starteten die Jungs in den nächsten Spieltag.

Zweiter Spieltag (Sonntag)

Wir hatten uns kurz beratschlagt und kamen zu dem Schluss, dass wir als Banditen noch viel zu „freundlich“ mit den anderen Spielern umgegangen sind und mehr die Rolle der Verbrecher der Zone ausspielen sollten. Gesagt, getan und gleich mit Überfällen auf wahllose Spieler begonnen.

Reißenden Absatz fanden übrigens Konsis selbstgebaute Drogen, sie wurden uns quasi aus den Händen gerissen und erzielten sehr gute Preise!
Besonders wertvolle Artefakte konnte Sven zu äußerst günstigen Preisen einkaufen, dass spülte nochmals ordentlich Geld in die Familienkasse.

Mittags haben wir uns im Imbiss Burger und Currywurst schmecken lassen.

Munition hatten wir im Überfluss und so kamen unsere Waffen am zweiten Spieltag deutlich mehr zu Einsatz und wir lieferten uns einige Feuergefechte.

Was war noch neu?

Auf dem Spielfeld hatten sich die Veranstalter zwei neue Sachen einfallen lassen: Ein Kasino und eine Schnapsbrennerei. Soweit wir wissen, wurden diese auf Initiative von Teilnehmern der OP gegründet. Tolle Ideen! Leider fehlte uns die Zeit sie zu besuchen.

Fazit

Wir hatten in der Gruppe dieses Jahr wieder wirklich sehr sehr viel Spaß. Tolle Jungs am Start, wir freuen uns schon aufs nächste Jahr mit Euch!

Die OP ist ein LARP-Spiel und es lebt vom Engagement der Spieler sich in das Szenario einzubringen und ihre Rollen zu spielen. Wer Etwas abseits des üblichen Airsoftballern sucht wird hier fündig. Wer hier normales Airsoft spielen möchte, ist fehl am Platz und gefährdet den Spielspaß der anderen Teilnehmern. Man muss sich auf LARP einlassen, auch als Militär.

Man konnte sehen, dass die Airsoft Helden die OP Tschernobyl weiterentwickeln und um neue Elemente bereichern. Die Entscheidung die Teilnehmerzahl zu reduzieren (in erster Linie vermutlich auf Seite des Militärs) ist unserer Meinung nach die richtige Entscheidung um die Parteien besser auszubalancieren.

Etwas unklar empfanden wir dieses Mal die Spielregeln zu Verbänden/Sanitätern. Die Kommunikation zu der Hauptstory fehlte ein wenig aber nicht weiter schlimm, da die Banditen eh ihre eigene Story schreiben.

Die Regelungen zur Rückverlegung am Ende der Veranstaltung waren etwas unglücklich gewählt. Aus den vergangenen OPs waren wir es gewöhnt, nach Spielende mit den eigenen Fahrzeugen bis ins HQ zu fahren und einzuladen. Dies war nun leider nicht mehr möglich, sondern nur bis zu einer Strecke knapp 400m bis zum HQ möglich. Bei den ganzen Campingklamotten und Regen war dies unangenehm.

Insgesamt hat uns das Event gut gefallen und wir sind auch im kommenden Jahr wieder als Banditen dabei, dann als Orlow Kartell!

Autor: Sven (Daywalker)
Leider keine Bilder (keine Zeit auf dem Feld gehabt)

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